Meine Meinung: Eingeschränkte Wahrnehmung III – oder: Dialektik auf allen Ebenen

Es ist schwerlich zu übersehen, dass sich die Zahl der „Verwerfungen“ – nicht nur im Internet, aber vor allem hier, weil es am „öffentlichsten“ ausgetragen wird – immer mehr häuft und die vorgeblich verfolgten Ziele nicht nur zwischen die Mühlsteine unterschiedlicher Definitionen oder Auslegungen geraten. Immer häufiger artet das in regelrechte Kleinkriege aus, bei denen das eigentliche Thema zur Randerscheinung reduziert wird.

Das Phänomen lässt sich aber keineswegs nur bei den „kritischen Internetakteuren“ beobachten, sondern es hält auch immer mehr Einzug in eine an und für sich gute Berichterstattung. Wie das insgesamt gemeint ist, möchte ich in diesem Artikel an den Themen „Tunesien“, meinem „Lieblingsthema Verschwörungstheorie“ und dem zuletzt schon einmal aufgegriffenen Thema „Debatte um den richtigen Lösungsansatz für den Nahostkonflikt“ darlegen.

Jene Machtdialektik, die in vielen meiner vorausgegangenen Artikel behandelt wurde, wird dabei bewusst außer Acht gelassen, weil sie weit weniger bedeutsam als jene ist, die an der Basis wider besseres Wissen gehegt und gepflegt wird.

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In den letzten Tagen steht die „Revolution in Tunesien“ bei nahezu allen Medien ganz oben auf der Liste der zu vermarktenden Nachrichten und Sensationen. Sowohl das Geschehen selbst als auch und noch viel mehr das, was die westlichen Medien daraus zu machen versuchen, stößt mir dabei von Tag zu Tag etwas bitterer auf. Da ich mich seit längerem nur noch sehr peripher mit den einschlägigen Meldungen der „etablierten“ Mainstream-Medien befasse, habe ich wieder einmal einige Artikel der jungen Welt herausgepickt, die in der heutigen Online-Ausgabe erschienen sind. Mit Hilfe der darin angebotenen und fraglos nachvollziehbaren Informationen lässt sich recht gut belegen, warum nicht nur die Menschen in Tunesien selbst äußerst achtsam bleiben sollten …

Da wären zunächst zwei Artikel von Karin Leukefeld … In dem Beitrag Neue Regierung wankt (=> Klick) wird darauf eingegangen, dass sich nach der feigen Flucht des Herrn Zine El Abidine Ben Ali und seines erwiesenermaßen raffgierigen Clans längst noch nichts zum Besseren verändert hat. Die alten Zirkel der Macht versuchen sich – gegen den Protest der „Revolutionäre“ – krampfhaft an Pöstchen, Privilegien und Einflussmöglichkeiten zu klammern (eventuell auch, weil die meisten von ihnen an den „pro-westlichen Aktivitäten“ des über 23 Jahre allein regierenden Despoten beteiligt waren!). – In dem zweiten Artikel … Unter westlichem Diktat (=> Klick) stellt die Autorin diesen Sachverhalt im Zusammenhang mit der westlichen Machtexpansion in den Mittelmeerraum auch sehr gut dar … versäumt es aber leider, auch auf die Tatsache hinzuweisen, dass sich die dargestellten Einflüsse zu Lasten der Allgemeinheit längst auch auf  die westlichen Industrienationen auszudehnen begonnen haben. Nun mag man je eventuell meinen, dass dies mit dem behandelten Thema auch gar nichts zu tun habe, aber das halte ich angesichts der macht- und kapitalglobalistischen Vorgehensweise der Initiatoren des „alten realen“ und des modernen Kapitalkolonialismus sowohl für bedenklich als auch für zu einseitig. Die Problematik wird mit dem Fall „Tunesien“ nicht enden und sich auch beileibe nicht nur auf die arabische Welt ausdehnen. – Dies aber nur als meines Erachtens nicht unbedeutende Randbemerkung. Ansonsten sind die Informationen sehr wichtig und hilfreich für ein Verstehen dessen, was dort in Tunesien (und andernorts) vor sich gegangen ist und auch weiter passieren wird!

Auch deshalb, teilweise mit derselben Ermunterung zu einer auch europäische Vorgänge, einschließlich die wachsende Tendenz in Sachen „Hunger- und Frustaufstände“ einbeziehenden Verarbeitung der Informationen, empfehle ich als dritten Beitrag den Artikel Vergiftete Angebote (=> Klick) von Rainer Rupp. Mit dem, den Nagel sprichwörtlich auf den Kopf treffenden Titel umschreibt der Autor die scheinheiligen Angebote seitens EU und USA, die „neue Regierung bei der demokratischen Neuorganisation des Staatswesens“ unterstützen zu wollen. Völlig zu Recht weist er darauf hin, dass das gestürzte Regime stets westlichen Kapitalinteressen gedient hat (wie so viele andere auch, nicht nur auf dem afrikanischen Kontinent) und dass diesem verkappten Kolonialismus nur dann der Garaus gemacht werden kann, wenn auch die letzten Reste des alten Systems überwunden werden. Dass hierbei der französische Staatspräsident und Mini-Napoleon Sarkozy eine besonders exponierte Position zugeschrieben bekommt, mag korrekt sein, man sollte dabei aber nicht vergessen, das der feine Herr auch weniger den Interessen seines Volkes verpflichtet ist als jenen der „gottgewollten Strippenzieher“ bei CIA und Konsorten.

Damit treten wir selbstredend schon wieder ins Reich der „unhaltbaren Verschwörungstheorien“ ein… Vorher aber und zum obigen  Thema – außer Konkurrenz – auch noch eine herrliche Anekdote, bei der unser politisches Personal (gelungener Kalauer, oder?) wieder einmal gewohnt alt und bescheuert rüberkommt … gefunden bei Christoph R. Hörstel (=> Klick)

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Kommen wir deshalb nochmals zum Thema „Verschwörungstheorien“ … dass dieser Begriff in erster Linie eine Kampfvokabel ist, mit der missliebige, von akzeptierten oder „für richtig erklärten“ Denkschemata abweichende Meinungen und Ansichten verunglimpft werden sollen, dürfte zumindest bei weitestgehend selbstdenkenden Menschen mittlerweile angekommen sein. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, wenn auch nicht uneingeschränkt, dass ein(e) als „Verschwörungstheoretiker(in) gebrandmarkte(r)  Querdenker(in)“ mit seinen/ihren Überlegungen in ernstzunehmender Weise an zur Wahrheit erhobenen Dogmen rüttelt.

Dieses Thema und die Deutung der „Begrifflichkeit Verschwörungstheorie“ stellt bekanntlich einen der Schwerpunkte meiner Artikel dar, aber um die gesamte Problematik damit aufzuzeigen, möchte ich hier und heute wieder einmal auf einen externen Artikel von Wahrheiten.org verweisen. In dem Beitrag Verbale Knüppel gegen konspirative Gedankenverbrecher(sicherlich in Anlehnung an Orwell => Klick) wird durchaus sehr anschaulich und plausibel auf die besagte Problematik eingegangen. Eine Reihe von Beispielen für die gängigen Verallgemeinerungen, mit denen Mainstream-Medien und andere „seriöse und rationale Zeitgenossen“ begründete Thesen zu diskreditieren versuchen, rundet den insgesamt höchst empfehlenswerten Artikel ab.

Doch leider kommt der Autor selbst auch nicht ohne das Mittel der Diskreditierung von Sichtweisen aus, die er persönlich als „erwiesenermaßen abwegig“ einstuft. Um klar zu machen, worauf sich diese Kritik meinerseits bezieht, möchte ich hier zwei relevante Zitate aufführen und einander gegenüberstellen:

1.) Wichtig ist, sich zum einen davon nicht einschüchtern zu lassen, denn die Verurteilung als “Verschwörungstheoretiker” soll nur dazu dienen, Sie als Spinner und den Beurteilenden als echten Rationalisten hinzustellen. Der verunglimpfende Begriff hat sich in einer Art etabliert, dass jeder Mensch unbedingt vermeiden möchte, diesen Stempel aufgedrückt zu bekommen, weil das eigene Ansehen extrem darunter leiden könnte.

Hierzu passt auch wieder das, was „der GedankenVerbrecher“ in einem schon einmal von mir verlinkten Beitrag namens Panopticon (= Klick) veröffentlicht hatte und das Dilemma ausführlicher beschreibt, in das aufgrund ihres Verhaltens oder ihrer Meinung ausgegrenzte Individuen geraten können. – Die obenstehende Aussage ist vollumfänglich als korrekt anzusehen, auch wenn es natürlich im Ermessen des/der Einzelnen liegt, war er oder sie nun als authentische und was als „phantastische = inakzeptable“ These einstuft. Wenn man aber solche Verhaltensratschläge verteilt, sollte man zwei Absätze später meiner Ansicht nach allerdings nicht folgendes konstatieren:

2.) Mit am meisten Gerüchte in der Aufklärungsszene ranken sich um Haarp, Chemtrails, Gesundheit und diverse technische Bewusstseinskontrolle. Oft beginnen regelrechte Kleinkriege zwischen den Anhängern einer Theorie und denen, welche diese Erscheinungen ganz rational erklären können. Belegbare Fakten werden dann von den eingefleischten Theoretikern selbstverständlich nicht anerkannt, schließlich muss das eigene Gedankenkonstrukt und die vermeintliche Bedrohung um jeden Preis aufrecht erhalten werden.

Zum einen ist dagegen vorzubringen, dass auch Wahrheiten.org aufgrund der dort vertretenen (in weltlichen Belangen von mir weitestgehend geteilten) Meinung in so manchen „Kleinkrieg“ verwickelt wurde, weil man sich von „militanten Andersdenkenden“ herausgefordert und angegriffen sah. Zum anderen ist aber auch die immer gleichbleibende Litanei gegen angeblich völlig aus der Luft gegriffene „Verschwörungstheorien“ wie Haarp, Chemtrails oder „Mindcontrol“ (Bewusstseinskontrolle) der absolute Widerspruch zur ersten zitierten Aussage … im Endeffekt wird hier auch nur Diskreditierung einer nicht genehmen Meinung und damit eine in jeder Hinsicht kontraproduktive Abgrenzung betrieben.

Ich hätte ja durchaus Verständnis für diese Haltung, wenn man sich auf tatsächlich tragfähige Argumente stützen könnte, mit denen sich jede anderslautende Meinung vollumfänglich widerlegen ließe … aber de facto verbergen sich hinter den angeblich „belegbaren Fakten“ auch nur einseitige Expertenmeinungen, während der eigene Umgang mit den Belegen, welche von den abgewatschten „Verschwörungstheoretikern“ für ihre Ausführungen vorgebracht werden, gerade so abgefertigt werden, wie es hier einseitig der Gegenseite unterstellt wird.

Als ein Mensch, der sich immer um einen kritischen und allein dem ungebundenen Denken unterworfenen Umgang mit den vielen umherschwirrenden „Verschwörungstheorien“ bemüht, kann ich diese „spezielle Dialektik in der Aufklärungsszene“ beim besten Willen und bei aller gegebenen Übereinstimmung in vielen anderen Bereichen nicht gutheißen. – Wenigstens die Themen Chemtrails (oder weniger „verschwörungstheoretisch“ Geo-Engineering) und Mindcontrol gehören in die Rubrik der mittlerweile ziemlich umfassend belegten Machenschaften der „NWO-ler“ und wenn man sie dennoch ignoriert, entfernt man sich doch gewaltig vom angeblich verfolgten Pfad der Wahrheitssuche und nähert sich jenem des dialektischen Dogmatismus. – Nun gut, das ist jetzt wieder mal meine ganz persönliche und insofern völlig unmaßgebliche Meinung, aber deshalb lasse ich mich nicht davon abhalten, sie trotzdem zu formulieren.

Denn: mit dieser einseitigen und auf vorgefasster Meinung oder eventuell auch Abgrenzungszwang beruhenden Argumentationsweise wird, wie ich schon einige Male zu behaupten wagte, eine besonders bizarre Abart von Dialektik erschaffen, die bei genauer Betrachtung ausschließlich den federführenden Kräften des Systems dient. Dem Ziel, auch bei weniger „verschwörungstheoretisch veranlagten“ Zeitgenossen mit einer gegen dieses scheinheilige und menschenverachtende System gerichteten Aufklärung eine bleibende Aha-Wirkung zu erzielen, kann mit diesem kategorischen Ausschließen nicht akzeptierter Meinungen ebenso wenig Rechnung getragen werden, wie durch die Berücksichtigung des Ratschlags, auch heute noch „behutsam“ mit den Schlafschafen umzugehen. Beides erachte ich angesichts der unbestreitbar zu  konstatierenden  Sackgasse, in die wir uns durch zu rigides Abgrenzen ohne wertfreie Beachtung von Inhalten (Fakten) und angepasste Zurückhaltung selbst manövriert haben, für eine brotlose Kunst, die man getrost und umgehend einstellen kann.

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Ein weiteres, zwar hochgradig als abschreckendes Beispiel geeignetes und der angeblich mit aller Macht und echtem Herzblut verfolgten Sache nicht im Mindesten dienendes Beispiel für diese Form der Dialektik der rein dogmatischen Selbstbehauptung und fast schon feindseligen Diskreditierung anderer Meinungen hatte ich im letzten Artikel schon einmal angesprochen …

Mittlerweile hat sich diese „Diskussion“ in Sachen Spaltung und offener Anfeindung noch weiter zugespitzt. Es geht immer noch um die „Stuttgarter Erklärung“ und den „Positions- und Argumentationskampf“ der Befürworter einer Ein- oder Zwei-Staaten-Lösung in Bezug auf Frieden im Nahen Osten.

Hier dokumentiert durch die Seiten „Der Israelit“ (Neturei Karta => Klick) und „Palästina-Portal“ (=> Klick), deren Arbeit ich bislang gleichermaßen schätzte … dabei habe ich durchaus noch Verständnis dafür, wenn man sich bspw. gegen extremistisches Gedankengut und darauf aufbauende militante Forderungen sperrt, oder sich gegen vermeintlich oder tatsächlich unberechtigte Kritik verwahrt. Aber was geht da (und auch anderswo rund um dieses Thema) nun wirklich ab?

Man grenzt sich ab, weil einem das eine oder andere, was die jeweilige Gegenseite im Rahmen ihrer Argumentation formuliert, aus diesem oder jenem Grund gegen den Strich geht – und natürlich meint jeder, das seine Kritik angemessen sei, während jede Kritik an der eigenen Verhaltensweise oder Argumentation völlig haltlos zu bezeichnen wäre … das eigentliche und vorgeblich von allen Beteiligten gleichermaßen verfolgte Ziel verkommt dabei zur vollkommenen Nebensache und Bedeutungslosigkeit. Für einen interessierten und neutral an die Sache herangehenden Beobachter dieses Definitionskrieges stellt sich da unwillkürlich die Frage, ob es den Kontrahenten wirklich um die Dinge geht, die als Beweggründe für ihr Engagement angegeben werden … oder, wenn man das (wie ich es tue!) grundsätzlich anzuerkennen bereit ist, doch mindestens die, ob man es mit erwachsenen Menschen oder störrischen Heranwachsenden zu tun hat, die um jeden Preis Recht behalten wollen? – Ansonsten habe ich dem, was ich im letzten Beitrag zu diesem Thema geschrieben habe nichts mehr hinzuzufügen.

Man sollte, hier wie da, endlich die Sache wieder in den Mittelpunkt stellen, alle Animositäten und gestörten Befindlichkeiten ad acta legen und gemeinsam an reellen Lösungen zu arbeiten versuchen. Zumal das bei den gegebenen Umständen im und um den Nahostkonflikt schon mehr als schwierig genug ist!

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Man sollte doch wirklich meinen, dass die Erkenntnisse darüber, dass wir in allen Bereichen nach Strich und Faden belogen, entrechtet, ausgebeutet und – viel zu leicht und erfolgreich – gegeneinander aufgebracht werden, mittlerweile in ausreichenden Umfang „angekommen“ sein sollte. Warum wir dann aber nicht aufhören, uns in abstrusen Kleinkriegen auf Nebenkriegsschauplätzen aufzureiben, anstatt den vielfältigen Problemen unserer Zeit und Gesellschaft vereint die Stirn zu bieten, halte ich für eine Frage, die man sich gerade als „Friedensbewegte/r“ und Aufklärerin endgültig einmal stellen sollte

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Damit genug für heute ~ zum Ausklang noch zwei Leseempfehlungen:

Als zwar nicht so ganz zum Thema passend, aber doch eine der Grundproblematiken von Anpassung und Abgrenzung auf ungewöhnliche und dennoch sehr interessante Weise aufzeigend, möchte ich den aktuellen Artikel von ad sinistram bezeichnen und Ihrer Aufmerksamkeit anempfehlen. Man könnte ihn kurz als eine fiktive Abhandlung über die Wandlungsfähigkeit vermeintlich authentische und unveränderbare Standpunkte vertretender Ikonen umschreiben … übrigens sind die Kommentare (von einigen „empörten Querulanten“ abgesehen) um keinen Deut weniger interessant! – Das Glück mancher Linker … (=> Klick)

Durchaus auch zum aktuellen Thema passend, aber wie gewohnt ebenso ausführlich wie lesenswert auch andere Bereiche des für das Allgemeininteresse relevanten Themenspektrums ansprechend, ist ein Artikel, den ich heute bei Gert Flegelskamp gelesen habe: Presse und Politik (=> Klick).

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7 Responses to Meine Meinung: Eingeschränkte Wahrnehmung III – oder: Dialektik auf allen Ebenen

  1. multiman says:

    Tolle Arbeit – Danke!!!
    Diese Aussagen und Überlegungen sollten sich alle Aufklärer und Wahrheitssuchende über’s Bett hängen!
    Dein Beispiel mit Wahrheiten.org zeigt eine Diskrepanz, die mir seit längerem immer öfter bei vielen, sonst sehr guten sites auffällt. Seien es bestimmte Themen, die vom Autor rigoros als Blödsinn dargestellt werden, oder die offensichtliche – meist jedoch subtile – Aussage, nur der Autor besitze die einzig richtige Wahrheit, und wer der nicht folge, wisse halt nichts.
    Solches Vorgehen ist destruktiv und stiftet Verwirrung!
    Wie lässt sich das mit dem vermeintlichen Streben nach einer besseren, menschlicheren und toleranteren Gesellschaft vereinbaren?
    Liebe Grüße
    multiman

    • Adalbert Naumann says:

      Danke ebenfalls, multiman 😉

      leider ist es wohl tatsächlich so, dass viele Seiten (respektive Autoren) mit der Zeit aus den Augen verlieren, wofür sie irgendwann mal zu publizieren begonnen hatten … spätestens wenn Indizien für einsetzendes Konkurrenzdenken oder die zur Weisheit letztem Schluss erklärte „Abgrenzung“ auftreten, geht es meiner Ansicht nach rapide zu Lasten der eigenen Glaubwürdigkeit und – noch bedeutend gravierender – zu Lasten der angeblich verfolgten Ziele. Mit dem von Dir angesprochenen und ja angeblich allen kritischen Geistern gemeinen Streben hat das absolut nichts mehr zu tun. Leider. Da der erste Schritt zur Einsicht und zum Abstellen solcher Störfaktoren jedoch die selbstkritische Reflexion des alltäglichen Treibens sein muss, wird sich das wohl oder übel immer weiter ausbreiten.

      Sollte natürlich nicht mein Problem sein – aber da es mir nun mal um die Sache und nicht um eine abstruse Selbstdarstellung geht, werde ich wohl immer mal wieder meinen Unmut darüber zum Ausdruck bringen 😎

      Liebe Grüße retour
      Adalbert

  2. Margitta says:

    Lieber Adalbert,

    Du triffst mit Deiner Analyse punktgenau, und ich kann mich multiman nur anschließen.

    Liebe Grüße
    Margitta

    • Adalbert Naumann says:

      Liebe Margitta,

      danke für das Hinterlassen Deiner Zustimmung … wäre natürlich schön, wenn mein gelegentliches „echauffiertes Aufbegehren“ auch was bringen würde. Aber dem ist wohl eher nicht so, doch zumindest den autotherapeutischen Nutzeffekt solcher Entlastungen kann mir nichts und niemand mehr streitig machen.

      In diesem Sinne auch Dir und den Deinen liebe Grüße … bis bald
      Adalbert

  3. Pingback: Bestandsaufnahme Spezial 20.01.11 – an Leseempfehlungen geknüpft « Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft

  4. hans-im-glueck says:

    Hallo,

    erstmal vielen lieben Dank für diese wunderbare Wortmeldung; dass kann man alles unterschreiben.

    Es gibt auch hinreichend Bücher, die zum Nachdenken anregen; zum Beispiel das 2010 als Neuauflage erschienene Werk von Bernays „Propaganda“ (Erstausgabe 1928!). Gilt zwar als „Grundpfeiler der heutigen PR“, ist für mich aber (von 1928 logisch weitergedacht) in erster Linie der Ausgangspunkt für die heutigen Massenmanipulationen der Medien, wobei Werbung, PR und sog. Journalismus inzwischen kaum noch zu differenzieren sind.

    Ein weiteres, das mir sehr geholfen hat, ist Bernd Senf „Die blinden Flecken der Ökonomie“, für alle, die wissen wollen, warum alle bisherigen Wirtschaftstheorien nicht die Wirklichkeit beschreiben.

    Weitere interssante Autoren, die auch inzwischen von der „Community“ weitgehend anerkannt sind: Prof. Konstantin Meyl, Dr. Klaus Volkamer und andere, deren Bücher ich nur empfehlen kann.
    Hier kann jeder selbst erleben, wie weit wir (auch unsere etablierten „Wissenschaften“) noch von wahrem Wissen entfernt sind.

    Es kann nicht immer alles nur als VT abgebügelt werden, viele Dinge sind so offensichtlich, dass es oft genügt, die richtigen Fragen zu stellen und dann die Leute mit ihren Gedanken allein zu lassen.
    Manch eine/r braucht halt etwas mehr Zeit…

    Allen eine gute Zeit!

    • Adalbert Naumann says:

      Hallo H-i-G 😉

      danke für den Kommentar und die Informationsquellen. Einige davon kenne ich bereits und kann nur bestätigen, dass sie in der Tat hilfreich sind, um sich einen eigenen Weg durch den Dschungel der Desinformationen zu schlagen … bei einigen anderen besteht anscheinend noch Informationsbedarf meinerseits. Sobald ich die Zeit dafür finde, werde ich mich um diesbezügliche Abhilfe bemühen.

      Der Denkansatz …

      Es kann nicht immer alles nur als VT abgebügelt werden, viele Dinge sind so offensichtlich, dass es oft genügt, die richtigen Fragen zu stellen und dann die Leute mit ihren Gedanken allein zu lassen

      … ist zweifelsohne richtig, aber meine eigenen Erfahrungen zeigen leider auf, dass die Zahl derer, die sich von den richtigen Fragen zu einem konstruktiven und ungebundenen Umgang mit der „Realität“ inspirieren lassen – und das dann auch in einer Weise umzusetzen bereit sind, dass wenigstens eine Andeutung von „Schmetterlingseffekt“ eintreten könnte – immer noch sehr klein ist. Die von mir thematisierten „Kleinkriege um Definitionen und Meinungsvorherrschaft“ tragen unbestreitbar mit dazu bei, dass sich keine stärkere Entfaltung des unabdingbaren „freien Denkens“ einstellt.

      Trotzdem ist es immer wieder wohltuend, wenn man durch sein „anmaßendes Schreiben im Internet“ feststellen darf, dass es eben doch erfreulich viele gleich denkende und fühlende Menschen gibt. Darauf sollten wir aufzubauen versuchen und uns durch nichts und niemanden von unserem Weg abbringen lassen. Sinn macht das natürlich nur, wenn die eigene Überzeugung nicht nur in Texte einfließt, sondern auch das eigene Leben (sozusagen in der gelebten Praxis) bestimmt.

      In diesem Sinne – nochmals danke
      und dieselben Wünsche retour

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