Das Problem der Unterscheidung zwischen seriöser „Verschwörungstheorie“ und platter Desinformation

Zur Ergänzung meiner Sammlung an möglichen Fakten, die mit dem Datum 26.06.2011 verbunden sein könnten, habe ich heute noch ein Fundstück anzubieten, das mir persönlich bisher noch nicht bekannt war … aber das ist eher eine Randbemerkung, weil es mir vorrangig um das Problem geht, das ich im Titel angedeutet habe.

Es ist fraglos richtig, dass man beim Umgang mit „radikalen freien Wilden“ in der Informationsflut, die tagein tagaus über uns zusammenschlägt, nicht weniger skeptisch und aufmerksam bleiben muss wie hinsichtlich der Dauerberieselung durch die verlogenen und gleichgeschalteten Konzernmedien; und sei es auch nur wegen der Gefahr einer absichtlich in Umlauf gebrachten Ablenkung von bedeutsameren Ereignissen aufzusitzen. Dieser Gedanke ist ernst zu nehmen …  bis zu einem gewissen Grad jedenfalls.

Besonders schwierig wird das, wenn sich Leute dazu aufgerufen fühlen, eine Webseite zu eröffnen und nichts anderes tun als die diversen Gerüchte und Informationen zusammenzufassen, die bezüglich des vermuteten Anschlagplans für das Eröffnungsspiel der diesjährig in der BRD ausgetragenen Damenfußball-WM in Umlauf gebracht wurden und immer noch werden. Noch dazu, wenn sie als Titel für diese Seite lediglich das Datum des vermeintlich nächsten „Mega-Rituals“ verwenden.

Selbstverständlich können sich dahinter dieselben, der Gegenöffentlichkeit und vorbereitenden Information der Mitmenschen gewidmeten Intentionen verbergen, die auch ich mit den diesbezüglichen Veröffentlichungen verfolge; dann wäre eine solche Sammelseite zweifelsohne ebenso sinnvoll wie nützlich!

Doch durch den expliziten Bezug auf dieses eine Ereignis, wird zumindest ein gewisser Beigeschmack hervorgerufen, der auch vermuten lassen könnte, dass es sich entweder um Sensationsheischerei (Jagd nach Zugriffszahlen) oder aber eben auch um gesteuerte desinformative Ablenkung handelt. Da auf der besagten Seite weder Werbung enthalten ist noch andere Indizien (mit Ausnahme der ins Auge stechenden Zugriffs-Statistik) zu finden sind, die für die erste Vermutung sprechen könnte, bliebe im Falle des Falles logischerweise nur noch die zweite …

Was ich damit eigentlich klar zum Ausdruck bringen möchte, ist lediglich, dass man sich mit der Sache befassen und nur solche Informationen dafür heranziehen sollte, die sich in ihrer Gesamtheit als glaubwürdig und ausgewogen erweisen. Und dass man etwas nicht einfach ablehnen sollte, nur weil sich (warum auch immer) ein „fader Beigeschmack“ oder andere Störfaktoren einstellen. Die Sache weiter im Auge behalten und insgesamt aufmerksam bleiben, ist fraglos der bessere Umgang damit.

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Nun gut … heute bin ich durch einen Freund und aktiven Wahrheitssucher auf diesen Artikel aufmerksam gemacht worden. Darin geht es einerseits um die Meldung rund um den Essener Anwalt van Geest und die Sache mit der Katastrophenübung, die für den 26.06.11 in Berlin angesetzt worden sein soll – also das, was ich im ersten „Update“ schon berichtet hatte.

Im besagten Artikel geht es nun aber zusätzlich noch um die Behauptung, dass derselbe Tag auch im Zusammenhang mit der „EU-Verfassung“ relevant sein soll. In Umlauf gebracht wurde diese Info scheinbar von Clustervision – als Beitrag in einem nicht namentlich genannten Forum, und sie besagt, dass die hinter der Maskerade eines „EU-Vertrags von Lissabon“ verborgene EU-Verfassung mit diesem Tag für alle Mitgliedsstaaten gültig werden soll. Das würde die völker- und staatsrechtlich illegitime „Quasi-Staatsbildung“, welche die EU-Integration in Wirklichkeit ist, aufgrund nicht geltend gemachter Einsprüche seitens der Völker vervollständigen und alle nationalen Verfassungen, das bundesrepublikanische Grundgesetz eingeschlossen, ungültig werden lassen. Die Folgen wären dann jene, welche der Beitrag andeutet …

Nun weiß ich nicht, woher Clustervision diese Information hat – ich bin bei meiner Suche nur auf diesen Beitrag vom 3. Juni  gestoßen, dessen Quelle ich aufgrund diverser fragwürdiger Machenschaften einiger federführender Personen nicht unbedingt als glaubwürdig bezeichnen würde.

Das kann und wird mich zwar nicht davon abhalten können, mich auch weiterhin um zusätzliche und seriöse Infos zum EU-Thema zu bemühen und diese ggf. auch an Sie weiterzuleiten, aber es ist ein weiteres beachtenswertes Beispiel dafür, dass man bei der Aufnahme und Weitergabe von Informationen immer auch eine Recherche der Quelle einbeziehen sollte.

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Zum Schluss noch ein letztes Anschauungsbeispiel auf der gleichen Grundlage:

Derselbe Beitrag (wie der verlinkte Artikel von Clustervision) wurde auch in einem österreichischen „Esoterik-Forum“ gepostet … und alleine die Bemerkung, dass der „Text wegen Copyright“ gekürzt worden wäre, lässt mich vermuten, dass hier gezielt Stimmung gemacht und Desinformation verbreitet werden soll … wie jeder weiß, der CV-Artikel beim AmSeL-Gedanken oder in meiner Meckerecke gelesen hat, werden Informationen von Clustervision niemals mit einem „Copyright-Vermerk“ verbunden. Da Clustervision der Autor ist, kann auch eine eventuell vorhandene, anderweitige Regelung in dem unbekannten Forum nicht greifen, sodass der Text problemlos in voller Länge hätte übernommen werden können! – Doch um eine wertfreie Vermittlung von Informationen ging es in dem Beitrag offenkundig nicht.

Wie armselig es um die „Informationslage“ und anscheinend auch die geistige Verfasstheit solcher „Anti-VT-Besserwisser“ bestellt ist, macht das Studium dieses Threads besonders deutlich, dessen Argumentation allerdings als Standard bezeichnet werden kann und mir jetzt schon auf diversen Plattformen begegnet ist. Im Hinblick auf die „VT bezüglich eines etwaigen False Flag Anschlags“ auf das Eröffnungsspiel der Damenfußball-WM 2011, kommen diese Banausen ein ums andere Mal mit der „alles aufklärenden“ Desinformation, dass das Turnier „ja gar nicht am 26.06. (Sonntag), sondern erst am 28.06. (Dienstag) beginnen würde“! Wo sie dieses „Wissen“ geklaut haben (eventuell bei der ZDF-Werbung, die vom Übertragungsbeginn dieses Senders vom 28.06. an berichtet?) darf ruhig ihr Geheimnis bleiben … aber dass noch niemals ein großes Sport-Ereignis (Turnier) an einem Wochentag begonnen hat, sollten sogar diese in Bezug auf „VTs“ ach so nüchtern und rational tickenden, ansonsten jedoch auf alle möglichen esoterischen Trends abfahrenden Schwachmaten mitbekommen haben.

Für die ganz ungläubigen oder zur überhöhten Beeinflussbarkeit durch echte Desinformationen neigenden Mitmenschen biete ich deshalb hier den offiziellen Spielplan der WM an, der letztmögliche Klarheit bringen sollte, wer hier danebenliegt … wenigstens dort hätte man ja mal nachschauen können, bevor man sich durch den Versuch, die „VT-ler“ lächerlich zu machen, selbst bis auf die Knochen blamiert! 😀 … 😎

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So viel für den Moment. Halten wir die Augen weiterhin offen und bleiben wir auf alles vorbereitet. Lieber einmal zu vorsichtig sein, als ein Mal zu oft alle Warnungen und Zeichen zu ignorieren … oder wie sehen Sie das?

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13 Responses to Das Problem der Unterscheidung zwischen seriöser „Verschwörungstheorie“ und platter Desinformation

  1. quantumunlimited says:

    Beim offiziellen Spielplan ist mir aufgefallen, dass nur das Eröffnungsspiel in Berlin ist. Danach kein Einziges mehr. Das würde jedenfalls die Anschlagstheorie stützen. Allerdings, wenn ein Anschlag stattfände, wäre wohl die ganze WM im Eimer, sozusagen…

    „Lieber einmal zu vorsichtig sein, als ein Mal zu oft alle Warnungen und Zeichen zu ignorieren…“

    Ja, unbedingt.

    • Adalbert Naumann says:

      Ja, interessant, nicht wahr? Aber ( Satire ein ) vielleicht ist dies ja auch nur der Beweis dafür, dass wir bösen Verschwörungstheoretiker der armen und vor lauter Bemühen um das Wohl ihrer Wahlschafe so arg geplagten Spitzenpolitikerin in Wahrheit furchtbar Unrecht tun? Man kann es doch auch so sehen, dass sie sich natürlich auf das Eröffnungsspiel freut, weil es das einzige ist, das direkt vor ihrer Haustür stattfindet und an dem sie „ohne Gewissensbisse“ wegen Reisekosten und Zeitaufwand ungezwungen teilnehmen kann … oder? ( Satire aus )
      Ansonsten bleibt alles beim alten … abwarten, alle Sinne offen halten, alle Informationen sorgfältig prüfen und auf alles vorbereitet bleiben, was nun auch immer kommen … oder vielleicht auch nicht kommen … mag!

  2. DEDE says:

    Man sollte vielleicht mal als erstes klären wer und warum dieses allererste Mega Ritual 2011 Video ins Netz gestellt hat. Für mich bringt es den 6 stündigen Mega Ritual Film irgendwie in Verruf und vergessenheit.
    Letztes Jahr habe ich mich auch davon blenden lassen, dass die DM angeblich wieder kommt.
    Die Ankündigung gabs jetzt schon 3 mal. Wenn sie irgendwann kommen sollte kann man leicht sagen ich habs ja gesagt . . .
    Ich sehe viele hinweise und indizien aber nichts was man bisher als Fakt ansehen könnte 😦

    Naja vorbereitet sein schadet nicht.
    Bin kein Fussball Fan gehe zu sowas nicht hin und interessiere mich auch sonst nicht dafür. Aber das erst ab 28. übertragen wird und das Eröffnungsspiel nicht mit Deutschland ist usw usf ist schon alles recht unnormal.

    Ich habe meine Rationen schon länger parat und andere Devisen(-reserven) sowieso !
    Also ob jetzt die DM kommt oder in berlin was passiert oder morgen die USA pleite ist, bin ich schon länger vorbereitet.

    Zum Glück bin ich damit auch nicht allein.
    Wer Vorkehrungen und Einschätzungen trifft und weiss wie asozial „die da oben“ sind, der hat auch permanent für schlechte zeiten vorgesorgt und muss sich keine Angst um solche Meldungen machen.

    Wie auch woanders schon zu lesen war^:
    Zur Sicherheit aus berlin raus für ein oder 2 Tage kann Niemandem wirklich schaden ausser dem Portemonnaie 😉

    • Adalbert Naumann says:

      Berechtigter Einwand … wobei ich persönlich aber auch so einige Probleme mit dem „Monumental-Original-Film“ zum Mega-Ritual hatte. Auch in ihm gibt es diverse Thesen und Behauptungen, die meiner Meinung nach zumindest diskussionswürdig sind. Das soll aber weder der investierten Arbeit des Autors einen Abbruch tun, noch sonstwie als weiterführende Diskussionsbasis dienen. Dass ich die mit Hilfe von Filmsequenzen konstruierte „Mega-Ritual-2-These“ insbesondere wegen ihres zweiten Abschnitts nicht für plausibel halte, hatte ich außerdem bereits angemerkt. – Die Problematik von düsteren Ereignissen, die mit Macht ihre Schatten vorauswerfen, ändert das aber auch nichts …

      Aber das erst ab 28. übertragen wird und das Eröffnungsspiel nicht mit Deutschland ist usw usf ..

      Dass diese Informationen unzutreffend sind, hatte ich im obenstehenden Beitrag belegt (qua Verlinkung zum offiziellen Terminplan des DFB). Dort ist das Spiel Deutschland gegen Kanada zwar an zweiter Stelle angegeben, als offizielles Eröffnungsspiel aber durch die davor gesetzte „1“ unmissverständlich ausgewiesen. Auch das Missverständnis (oder auch die mutwillig verbreitete Desinformation) bezüglich des angeblichen Übertragungsbeginn 28.06.11 sollte durch meine Gegendarstellung ausgeräumt worden sein.

      Zum Schluss noch: ohne Frage kann es nur von Vorteil sein, wenn man – entsprechende Mittel und Möglichkeiten vorausgesetzt – für jede Form von etwaigen Krisen in angemessener Weise vorsorgt. Darüber hinaus sollte man – nur meine Meinung, versteht sich – aber auch die Isolation zu überwinden versuchen, welche im Zuge der „gesamtgesellschaftlichen Entwicklung“ als zusätzlicher Garant für die Absicherung der Machthierarchie zwischen den Menschen (nicht nur den unterschiedlichen Bevölkerungsschichten) geschaffen wurde. Denn auch als scheinbar auf alle Eventualitäten vorbereitetes Individuum wird man die zu erwartende Krise ohne ausreichenden menschlichen Rückhalt schwerlich dauerhaft bewältigen können.

      Letztendlich muss aber jeder Mensch für sich selbst entscheiden, wie er mit möglichen oder tatsächlichen Notlagen und Krisen umgeht … der für „den angenommenen Fall Berlin“ vorgeschlagene Weg ist in jedem Fall zu befürworten.

      MfG

      • DEDE says:

        Danke für das Eingehen auf meinem Kommentar.
        Sowas gibts ja auch nirgends mehr 😉

        Zu deinem Kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen, du sprichst mir aus der Seele 😉

        Das einzige was mir noch fehlt ist bestimmte Dinge autark zu bekommen/zu besitzen 😉

        Ich suche noch Leute die nen bisschen mehr Erfahrung in der Gärtnerei haben . . .

      • ginsterburg says:

        DEDE – die sollten sich finden lassen 😉

        meld dich einfach mal bei mir. ich hab einige erfahrung mit permakultur und solchen sachen.

        kannst gerne mal mit meinem nicknamen googlen und dann fndest du auch was… (adalbert verzeih mir bitte die eigenwerbung)

        gruß stefan

      • Adalbert Naumann says:

        Hallo Stefan,

        kein Problem – hatte selbst auch schon daran gedacht, dem Suchenden den Tipp zu geben, mal in Deiner Burg vorbeizuschauen ;O) Aber bevor sich die Idee durch meine mit allerlei widerstreitenden Gedanken vollgepropften Hirnwindungen arbeiten konnte, hattest Du den ensprechenden Hinweis selbst schon gegeben!

        Komme momentan kaum noch dazu, irgendetwas „außer der Reihe“ zu erledigen … aber sobald ich etwas mehr Luft habe, komme ich auch mal wieder auf einen Plausch in Deiner guten Stube vorbei =O)

        Gruß retour, Adalbert

  3. DEDE says:

    Ach sorry, hatte ich hier ja noch gar nicht geschrieben.
    Super Blog
    Super Arbeit
    Weiter so 🙂

    Danke auch dir für deine Mühe und Arbeit !

  4. s. says:

    „Das würde die völker- und staatsrechtlich illegitime „Quasi-Staatsbildung“, welche die EU-Integration in Wirklichkeit ist, aufgrund nicht geltend gemachter Einsprüche seitens der Völker vervollständigen und alle nationalen Verfassungen, das bundesrepublikanische Grundgesetz eingeschlossen, ungültig werden lassen.“

    „Bis zum 30. Juni hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe dem Parlament in Berlin gegeben, um das Wahlrecht zu reformieren. Die Abgeordneten hatten drei Jahre Zeit für eine Lösung – aber eine fristgerechte Einigung wird nicht mehr zustande kommen.“

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,768725,00.html

    Vielleicht daher der „Langmut“?!

    Gs.

    • Adalbert Naumann says:

      Nun ja, „so komplex“, wie der Spiegelartikel den Sachverhalt darzustellen versucht, ist das Ganze wohl eher nicht … zumindest dann nicht, wenn man die zuständigen Damen und Herren in Berlin nach den Maßstäben behandelt, die sie selbst unter dem Tarnnahmen „Gesetzgebung“ gegenüber dem schlafenden Wahlschafvolk geltend machen. Man möge mich korrigieren, wenn ich mit meiner Meinung falsch liegen sollte … aber meines Wissens ist jedes Gesetzt, das auch nur in minimalen Teilen mit „der Verfassung“ (=dem Grundgesetz für die) der BRD als nicht vereinbar anzusehen ist, als nichtig zu behandeln und verliert ab dem Zeitpunkt der Feststellung des besagten Mangels seine Gültigkeit. Das würde eben nicht nur die Frage der Überhangmandate zum Gegenstand der „Staats- und Verfassungskrise“ machen, sondern das gesamte Wahlgesetz. Und überdies auch die Umgangsweise des BVerfG mit dem von ihm selbst festgestellten und dann unter sehr fadenscheinigen Begründungen mit einer dreijährigen Frist für die Abstellung versehenen Mangel mehr als nur fragwürdig anmuten lassen.

      Ansonsten … schon möglich, dass dies mit eine Rolle spielt beim laschen Umgang der „Regierenden“ mit den Auflagen seitens des BVerfG – auf der anderen Seite ist dieses „oberste Gericht“ aber noch nie wirklich für die Rechte der Bürger eingetreten, sondern hat den Verantwortlichen mit „zur freien Auslegung einladenden Urteilen und Beschlüssen“ ein ums andere Mal diverse Hintertürchen offen gehalten – und nach dem Urteil bezüglich der EU (Vertrag von Lissabon) hat es seine Kompetenzen doch ohnehin weitestgehend stillschweigend an den Europäischen Gerichtshof abgetreten. Ich denke aber, dass es letztlich der „ganz normale“, auf Machterhalt basierende Irrsinn ist, welcher der bundesrepublikanischen „politischen Klasse“ von Anfang an innewohnte. Und zu guter Letzt bieten sich für eine Klärung der Angelegenheit, die sowohl am BVerfG als auch am Volk vorbei realisiert werden könnte, bekanntlich verschiedene aktuell vorstellbare Szenarien an. – Also … nachdem das deutsche Volk sich all die vergangenen Jahrzehnte ebenso beharrlich wie selbstzerstörerisch dagegen gesträubt hat, die Wahrnehmung seiner Interessen endlich in eigener Verantwortlichkeit zu übernehmen, bleibt uns jetzt eigentlich nur noch, abzuwarten, was am Ende bei dieser und allen (auch auf EU-Ebene) damit verknüpften Fragen als Antwort herausspringen wird. Allzu viel Gutes sollten „wir“ dabei aber auf keinen Fall erwarten.

      • s. says:

        Naja, das BVerfG war in letzter Zeit die einzige Institution, die noch diverse Notbremsen gezogen hat und selber Gesetze erlassen kann es ja aus gutem Grunde nicht. Prinzipiell verteidigt es schon die Grundrechte (VDS, Hartz4-Sätze, etc.) – was „die Politik“ (daraus) macht, ist eher die Katastrophe. Im Übrigen musste es sich selbst gegen die Entmachtung über diesen unsäglichen Lissabon-Vertrag wehren, und ich denke, darüber kann nur froh sein, diese letzte Hürde für Brüssel zu haben.

        -> Das Bundespräsidialamt teilte am 30. Juni mit, dass Horst Köhler auf die informelle Bitte des Bundesverfassungsgerichts hin die Ratifizierungsurkunde vor einer Urteilsverkündung nicht unterschreiben werde.[40] Köhler beschränkte daher sich darauf, am 8. Oktober 2008 das Umsetzungsgesetz zum Vertrag zu unterschreiben und auszufertigen.

        Die mündliche Verhandlung der Klage fand am 10. und 11. Februar 2009 statt. Am 30. Juni 2009 verkündete das Bundesverfassungsgericht seine Entscheidung.[41] Der Vertrag von Lissabon und das deutsche Zustimmungsgesetz entsprechen den Vorgaben des Grundgesetzes.[42] Das deutsche Begleitgesetz[43] zum Vertrag von Lissabon verstoße jedoch insoweit gegen Art. 38 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 23 Abs. 1 GG, als Beteiligungsrechte des Deutschen Bundestages und des Bundesrates nicht im erforderlichen Umfang ausgestaltet worden seien.[42] Die europäische Vereinigung dürfe nicht so verwirklicht werden, dass in den Mitgliedstaaten kein ausreichender Raum zur politischen Gestaltung der wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Lebensverhältnisse mehr bleibe.[44] Dies gelte insbesondere für Sachbereiche, die die Lebensumstände der Bürger, vor allem ihren von den Grundrechten geschützten privaten Raum prägten, sowie für solche politischen Entscheidungen, die in besonderer Weise auf kulturelle, historische und sprachliche Vorverständnisse angewiesen seien, und die sich im parteipolitisch und parlamentarisch organisierten Raum einer politischen Öffentlichkeit diskursiv entfalten würden.[44] Für eine über Lissabon hinausgehende Integration verlangt das Bundesverfassungsgericht eine verfassunggebende Entscheidung des Volkes, sieht diese aber auch als über Art. 146 GG verfassungsrechtlich mögliche politische Option.[45]

        http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Lissabon#Verfahren_in_Deutschland

        Das war schon dreist …

        Dass das alles auch anders und besser ginge, ist ja nicht die Frage …

        Gs.

      • Adalbert Naumann says:

        Nun gut … leider sehe ich das in der Hinsicht etwas anders, dass das Verfassungsgericht in Puncto staatlicher und überstaatlicher Gesetzgebung zwar „Mängel“ und „Unvereinbarkeiten“ anprangert sowie zur Nachbesserung auffordert, aber dem „bundesdeutschen Gesetzgeber“ dabei ausnahmslos einen die eigenen Erkenntnisse und Forderungen ad absurdum führenden Interpretations- und Auslegungsrahmen lässt. Zu was das führt, hat gerade das immer wieder gerne als „Paradebeispiel für die Bedeutung des BVerfG“ angeführte Urteil zu den Hartz-IV-Regelsätzen schonungslos aufgezeigt.

        Und, ganz ehrlich, von einem reellen Aufbegehren, gegen den längst nicht mehr nur drohenden Kompetenzverlust gegenüber dem Europäischen Gerichtshof habe ich in den letzten Jahren nicht wirklich etwas mitbekommen. Das oben angeführte Beispiel in Sachen „Vertrag von Lissabon und dessen Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz“ zeigt das meiner Ansicht nach besonders deutlich auf. – Aber was soll man darüber diskutieren … ist eben stets Ansichts- und Auslegungssache des Einzelnen. Jedenfalls kann und werde ich das BVerfG weder als Schutzbarriere, noch „letztes Bollwerk“ gegen demokratisch nicht legitimierte und somit kriminelle Machenschaften der Spitzenfunktionäre einer außer Kontrolle geratenen EU-(Lobby-)Technokratie (zu der letztlich auch sämtliche „nationale Regierungen“ zu rechnen sind) betrachten; auf diese Weise bleiben mir andernfalls unausweichlich vorprogrammierte weitere Enttäuschungen erspart und ich kann mir meinen klaren Blick für die Abläufe hinter den Fassaden bewahren.

        MfG

      • s. says:

        ps. … und Juli wird das BVerfG übrigens kaserniert:

        „Das Bundesverfassungsgericht verlässt vorübergehend (für drei Jahre, Anm. s.) seinen Stammsitz … (und zieht) … für die nächsten drei Jahre auf das ehemalige Gelände der General-Kammhuber-Kaserne in der Waldstadt. (…) im neugestalteten Sitzungssaal.
        Wo sich Soldaten früher Filme über Kriegmaschinerie (sic) ansahen, sprechen die Verfassungsrichter in Zukunft Recht.“

        http://www.ka-news.de/region/karlsruhe/Bundesverfassungsgericht-zieht-im-Juli-in-die-Waldstadt;art6066,649272

        Mal sehen, was dann da aus dem Bunker kommt …^^

        Gs.

        pps. „denk-mahl-geschütz-t“?!

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