Propaganda und „Verschwörungstheorien“ über den Zusammenprall der Zivilisationen

Die Debatten und hektischen (Re-)Aktionen rund um die „Hetzfilmattacke gegen den Islam“ ziehen nicht nur immer weitere Kreise (was einen kritischen Menschen schon dazu verleiten könnte, hinter all dem ein perfides System zu vermuten), sondern nimmt auch immer groteskere Formen an. Dabei wird der Möglichkeit, dass es sich um eine gezielte Provokation handeln könnte, hinter der weitaus elementarere Zwecke und Ziele verborgen sind als man der durchschnittlichen Medienberichterstattung entnehmen kann, erfahrungsgemäß kaum bis keine Beachtung geschenkt, weil … das ist ja alles nur „Verschwörungstheorie“ – und kann nicht sein, weil es im Sinne der Nutznießer der aufgeputschten Gemüter nicht sein darf.

Um nur ein Beispiel dafür anzuführen, wie Emotionen jeglicher Art geweckt und in jeder erdenklichen Weise zur allseits qua Betonung und Interpretation der gewünschten „Botschaft“ zur ebenso ablenkenden wie gleichzeitig forcierenden Fütterung des Medienkonsumenten verbreitet werden, soll hier nur auf die getäuschten Schauspieler (am Beispiel einer weiblichen Darstellerin) des besagten Filmes und deren Ängste und Begehren nach Gerechtigkeit hingewiesen werden.

Dass sie Google und YouTube verklagen möchte, kann man ja durchaus noch nachvollziehen, da auf dieser Seite zweifellos eine fahrlässige Gefährdung der öffentlichen Sicherheit – nämlich durch Nichtbeachtung der Forderung, den Film und damit alle Probleme einfach durch Löschung desselben zu beseitigen – konstatiert werden kann und muss. – Wenn man an die vielen Filmchen denkt, die mit den unterschiedlichsten, oft nur scheinheilig zu nennenden Begründungen von eben auf gleich nicht mehr verfügbar sind, sollte das beim unbestreitbar hochgradig gegebenen öffentlichen Interesse nun wirklich kein Problem darstellen … es sei denn, der wahre Grund für die Veröffentlichung des Machwerks wäre ein anderer als der, welcher dem angeblich Verantwortlichen unterstellt wird?!

Doch damit geraten wir dann schon wieder in das Minenfeld der Verschwörungstheorie

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Eine solche – natürlich nur in Form der von mir stets angewandten Denkanregung – hatte ich im letzten Artikel ja schon mal angedeutet. Heute nun ist mir eine Veröffentlichung ins Postfach geflattert, der eine ähnliche, allerdings mehr aus den „systemnahen“ und zumindest vermutlich besser informierten Kreisen kritischer Publizisten stammende Sichtweise vertritt. Da ich meinen Verdacht nach wie vor für berechtigt halte, möchte ich Ihnen diese Information natürlich gerne weiterleiten. Vorwegnehmen muss ich aber erst noch eine Kleinigkeit, die Stammleser auf dieser Seite zwar schon oft genug gelesen haben, aber wegen etwaig neu hinzukommender Leser doch immer wieder betont werden muss.

Das Internet ist auch im „(semi- und) professionellen Bereich“ ein sehr unsicherer Raum, was die Glaubwürdigkeit von Autoren und Seiten, sowie den inhaltlichen Wert ihrer veröffentlichten Beiträge angeht. Aus diesem Grund ist es die Pflicht eines jeden Konsumenten solcher Beiträge, nicht einfach zu glauben (weil es einem genehm ist) oder einfach abzulehnen (weil es gegen das unbedingt zu wahrende Weltbild verstößt), sondern die Informationen immer selbst zu prüfen. Das ist zum Beispiel dadurch möglich, indem man die jeweiligen Informationen mit dem Gesamtbild der Vorgänge in unserer Welt abzugleichen versucht … das bedeutet auch und vor allem mit den zahllosen „Skandalen“, die in der Vergangenheit aufgeflogen sind und die von den Meinungsmachern erzeugte „Realität“ ein ums andere Mal regelrecht gesprengt haben.

Bei einer derartigen Vorgehensweise wird man von Fall zu Fall zweifelsohne erkennen, dass manche „Verschwörungstheorien“ das Auffliegen solcher Machenschaften „nur etwas vorweggenommen“ – oder korrekter: zutreffend vorausgesagt hat. -> Man erinnere sich bitte an meine diesbezügliche Denkanregung.

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Im Fall des Autors der besagten „verschwörungstheoretischen Meinungsäußerung“ bezüglich des Hetzfilms und aller damit verbundenen Aufregungen, Webster G. Tarpley, hatte ich auch gelegentlich so einige Probleme. Unter anderem auch wegen seiner sehr engen Verbindung zum Macher von Infowars, Alex Jones (*), der mir etwas zu laut und grell vorkommt, um wirklich das zu sein, was er seine zahllosen Fans glauben machten möchte. – Abgesehen davon muss ich jedoch auch einräumen, dass ich durch Informationen, die er verarbeitet und verbreitet hat, oftmals entscheidende Hinweise für meine individuellen, unzweifelhaft einer subjektiven Wahrheitssuche geltenden Recherchen erhalten habe. Dies war und ist aber nur möglich, weil ich Artikel, die aus meiner Sicht interessante Themen behandeln, trotz meiner begründeten Skepsis nicht einfach ignoriere.

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(*Zwischenbemerkung: Bei der Recherche zu Mr. Jones bin ich auch über eine interessante Arbeit gestolpert, die von einer „seriösen Anti-Nazi-Seite“ stammt, die ich schon lange einmal eingehender unter die Lupe nehmen wollte … wird heute nicht klappen und gehört auch bestenfalls am Rande zum Thema, das in diesem Artikel behandelt werden soll. Aber diese Leute sind „so penetrant seriös und glauben die alleinige Weisheit nicht nur zu besitzen, sondern zugleich mit Kellen gefressen zu haben, dass ich mir die Zeit früher oder später nehmen werden muss. – Einstweilen empfehle ich Ihnen, das Pamphlet „Zwischen Propaganda und Mimikry – Neonazi-Strategien in Sozialen Netzwerken“ …  hier als PDF der Träger-Stiftung des „Netzwerks gegen Nazis“ Amadeo-Antonio-Stiftung. … Und dann … man liest sich zwar sicherlich noch, aber meine persönlichen Zweifel bezüglich Alex Jones, der zwar fraglos mit „rechten Kreisen“ in den USA (wobei man sich bitte erst einmal informieren sollte, wie das genau zu verstehen ist!) kollaborieren mag, liegen absolut auf einer anderen Ebene als jene, die diese „Nazi-Experten“ auszuschlachten versuchen!)

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Doch sei dem wie auch immer …  Am 17. September veröffentlichte Voltairenet.org einen Artikel von Mr. Tarpley (Originalartikel englisch), in dem er unter dem Titel „October surprise to ‚Carterize‘ Obama“ einige interessante Hintergrundinformationen zu dem „Anti-Islam-Hetzfilm“ und der Ermordung des US-Botschafters in Libyen (Bengasi) liefert. Natürlich muss man solche Informationen immer mit Vorsicht genießen (siehe oben), aber … leider … klingt das, was er da so zusammenträgt, durchaus vorstellbar. Zumindest für selbstdenkende Menschen, die das dialektische Feld des reinen „Schwarz-Weiß-Sehens“ überwunden und begriffen haben, dass nichts in unserer Welt – schon gar nicht in der Weltpolitik – zufällig geschieht!

Für die Besucher meiner Seite, die des Englischen nicht ausreichend mächtig sind, kann ich dank der bekannten „Beziehungen“ hier auch noch eine deutsche Übersetzung des Artikels von Remo Santini (Abundant Hope) anbieten (PDF). Titel derselben korrekterweise „Oktoberüberraschung, um Obama zu ‚carterisieren‘“.

Zentral geht es um „interessierte Kreise“, welche gerne sehen würden (und eventuell auch alles dafür zu tun bereit sein könnten), den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney ins Weiße Haus zu bringen. Der ehrenwerte Mormone und Multimillionär gilt als enger Freund (zumindest waren sie mal Kollegen und scheinen in vielerlei Hinsicht übereinstimmende Weltanschauungen zu pflegen) des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu und explizit als dessen Wunschkandidat. – Nun gut, lesen Sie den Artikel selbst, beachten Sie dabei aber auch, wer da neben Herrn Netanjahu noch so an Interessenvertreter der besagten Kreise angeführt wird. Einige dieser Herrschaften gehören zweifelsohne zu der Kategorie von Psychopathen, der ich grundsätzlich alles – Mord und Totschlag eingeschlossen – zutraue, wenn es der Durchsetzung ihrer Ziele dienen würde.

Vor einigen Monaten (Mai) hat sich Romney allerdings unwissentlich einen echten Bärendienst erwiesen, der vor einigen Tag wie eine Bombe in der Öffentlichkeit einschlug und von dem nicht wenige Kenner der amerikanischen Politik annehmen, dass er sich damit praktisch selbst aus dem Präsidentschaftsrennen katapultiert haben könnte – zumal er sich danach trotz heftiger Kritik, selbst aus den eigenen Reihen, auch noch als höchst uneinsichtig präsentierte (oder auch als „genau der Mann“, den die USraelischen Neokonservativen auf dem Präsidentensessel haben wollen?). – Aber warten wir es lieber erst einmal ab … zum Beispiel dahingehend, was noch so alles passieren und wie der herausgeforderte Obama dann darauf reagieren wird!. Inwiefern „Netanjahus verlängerter Arm“ in den USA (Israel-Lobby) in der Lage ist, im Falle des Falles „ihren Mann“ trotzdem ins Amt zu hieven, ist ebenfalls eine im Voraus nicht realistisch kalkulierbare Frage. Als letzte Möglichkeit bliebe dann nur noch, ihn kurz vor der Zielgerade auszuwechseln … um die Wahl dann eventuell mit seinem nicht minder einseitig gepolten Vize Paul Ryan im Sinne aller Interessenten zu retten?

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Nun gut. Wir sollten uns – sowohl, was die Einschätzung der offiziellen Berichterstattung, wie auch die inflationäre Verurteilung jeder anderslautenden Meinung als „Verschwörungstheorie“ betrifft – jedenfalls grundsätzlich nur nach den belegbaren (auch wenn das manchmal erst später oder aber nur durch das Anstellen von Vergleichen möglich ist) Tatsachen richten.

Zum Beispiel gäbe es jede Menge unbestreitbare Gründe, die Außenpolitik der US „eher nicht für unschuldig“ zu halten. Die Zivilbevölkerung – beispielsweise – im Irak, in Afghanistan, Pakistan und nicht zuletzt auch in Libyen könnte da sicher und zwar vollkommen zu Recht eine etwas andere Meinung vertreten.

In Syrien erledigen bisher ja noch die von den Golf-Monarchen Saudi-Arabien und Katar finanzierten Söldnertruppen die blutige Drecksarbeit „des Imperiums“, aber es halten sich hartnäckig „Verschwörungstheorien“, dass die USA (und ich vermute jetzt einfach mal frech und frei, deshalb auch Israel) in Sachen „Motivation, geheimdienstlich-logistischer Unterstützung und Interesse am Sturz qua Beseitigung des Assad-Regimes“ auch dort ganz dick im Geschäft sein … und dafür mit denselben bewährten und selbstredend kein bisschen terroristischen „Gotteskriegern“ wie bei der eiskalten Ermordung des „gar schröcklichen Tyrannen“ Gaddafi kooperieren sollen.

Zeitgenossen, die in Bezug auf „weit entfernt stattfindende“ Bürgerkriege oder sonstige blutige Schlachten ausschließlich den Informationen der „Qualitätsmedien“ glauben und vertrauen, werden das natürlich nicht nur für eine ungeheuerliche, vor Antiamerikanismus und Antisemitismus nur so strotzende Verleumdung, sondern auch für „verschwörungstheoretische“ Meinungsmache und Propaganda halten.

Das muss für den Moment jedoch reichen … nicht nur, weil es langsam spät und damit Zeit wird, zum Ende zu kommen, sondern auch, weil mir beim Verarbeiten dieses gesamten kranken Irrsinns alle möglichen unerfreulichen Dinge durch den Kopf zu gehen drohen, einschließlich eines späten Abendessens …

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Um dem Irrsinn zum Schluss aber noch eine satirische Note zu verleihen, die ich selbst nicht zusammenzubringen vermag … lesen Sie auch oder wenigsten diesen höchst außergewöhnlichen Leidensbericht überforderter und rechtschaffen erschöpfter Islamisten.

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