Weltjudentum – Zionismus – Staat Israel … Antisemitismus. Zwischen Mythos und Wahrheit

Nach meinem letzten Beitrag, in dem ich mich mit dem Thema „deutsches Trauma“ auseinanderzusetzen versuchte, komme ich heute auf das oben genannte Themenspektrum zu sprechen, das man zumindest als „sehr eng damit verknüpft“ bezeichnen muss.

Um Missverständnissen vorzubeugen und auch falsche Erwartungen von vornherein zu unterbinden, soll hier zunächst einmal eines vorausgeschickt werden: „Zielsetzung“ dieses Artikels kann und soll kein historisch belastbarer, analytischer Vergleich zwischen den unterschiedlichen Mythen und einer daraus oder damit erschaffenen „Wahrheit“ sein. Dafür ist das Wissensvakuum, welches durch die Mythenbildung selbst, noch mehr jedoch durch die damit einhergehende „Mauer des Schweigens“ erzeugt wurde, ein zu gewaltiges Hindernis, das nach meinem momentanen Kenntnisstand auch dann nicht restlos überwunden werden könnte, wenn seitens der Vertreter der unterschiedlichen reellen Glaubensströmungen eine stärker ausgeprägte Bereitschaft zum interkulturellen und interreligiösen Diskurs mit Nichtjuden herrschen würde.

Worum es mir geht und im Rahmen der Artikelserie auch vorrangig gehen muss, ist das Aufzeigen von nachprüfbaren und somit berechtigte Fragen aufwerfenden Diskrepanzen zwischen dem Tenor der Geschichtsschreibung und den Zweifeln, die gerade diese bei einer eingehenden Prüfung der aufgestellten Behauptungen erzeugen muss. – Davon ausgehend, was man bei einer kritischen und ergebnisoffenen Prüfung dieses Sachverhalts herausfindet, muss man dann wenigstens die aktuelle Lage im Nahen Osten und die dadurch bedingten Auswirkungen auf die Wahrnehmung des gerne zur „jüdischen Frage“ hoch stilisierten zentralen Interessenkonflikts – einschließlich der hauptsächlich die deutsche Geschichte und Gesellschaft betreffenden, durch die Weltkriege geschaffenen Grundlagen – eingehend untersuchen.

Dass man bei diesem Unterfangen aber sehr weit vor den Ereignissen rund um den Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert beginnen und ein gesteigertes Augenmerk auf die erst zu dieser Zeit erfolgte Umbenennung der vormals als Judenfeindlichkeit oder Judenhass (einschließlich der damit verbundenen Historie der Judenvertreibung) beschriebenen Probleme zwischen „Juden und Nicht-Juden“ in Antisemitismus beginnen muss, ergibt sich zwangsläufig aus der diesbezüglichen Geschichte selbst. Eine derartige Betrachtung führt bei ebenso konsequenter Fortführung des Studiums geradewegs zum gleichzeitig auftauchenden Zionismus und dessen Bedeutung hinsichtlich des heute durch den „Staat Israel“ und seinen „permanenten Überlebenskampf“ repräsentierten Geschichtsverständnis und „Realitätsempfinden“ mit all seinen vielfältigen, aber ausnahmslos von einer atemberaubenden Einseitigkeit geprägten Begleiterscheinungen. Mehr von diesem Beitrag lesen